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Ein wenig Geschichte
Lassen Sie uns einen Teil von der belgischen Eisenbahngeschichte nachzeichnen, der Straßenbahnen und unserer Linie und unserem Verein.
Belgien, Wiege der europäischen Eisenbahn
Von der Dampfkraft zu den ersten öffentlichen Linien, die Eisenbahn transformiert das Land nachhaltig.
Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wird Belgien zu einem der Pionierländer der Eisenbahnentwicklung in Europa.
Wenn die Eisenbahn in England geboren wurde, so wurde sie auf dem Kontinent maßgeblich von belgischen Ingenieuren und Unternehmen strukturiert und verbreitet.
- Belgien spielt eine Pionierrolle in der Geschichte der europäischen Eisenbahn. Bereits in den ersten Jahrzehnten seiner Unabhängigkeit investiert das Land massiv in die Eisenbahn, um die Industrialisierung zu unterstützen und die Wirtschaftszentren effizient zu verbinden.
- Die ersten privaten Industriegleise, transportieren Kohle von den Minen zu den Kanälen, mittels von Pferden gezogenen Waggons.
- 1835 markiert die Inbetriebnahme der Strecke Brüssel–Mechelen einen Wendepunkt: Es handelt sich um die erste öffentliche Eisenbahnlinie auf dem europäischen Kontinent. Schnell wird das Netz nach Antwerpen, Lüttich und in die Industriegebiete erweitert, wodurch die Eisenbahn zu einem wichtigen Motor der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung wird.
- Der Dampf, gespeist von der belgischen Kohle, ersetzt die Postkutschen und revolutioniert die Fortbewegung, trotz noch bescheidener Geschwindigkeiten.
Wussten Sie das?
Die Linie Brüssel-Mechelen, die 1835 eröffnet wurde, ist die erste öffentliche Eisenbahnlinie in Kontinentaleuropa!

„Le Belge“, die erste in Belgien gebaute Personenlokomotive (1835).

Karte der Eisenbahnen Belgiens von 1882.
1884–1940
Das goldene Zeitalter der Lokalbahnen
Ein dichtes Netz im Dienste der ländlichen Gebiete, der Wirtschaft und des sozialen Zusammenhalts.
Am 28. Mai 1884 gründet der belgische Staat die Nationale Kleinbahngesellschaft (NKG) um dem Land ein umfangreiches Netz von Nebenlinien zur Verfügung zu stellen, das darauf abzielt, die ländlichen Regionen zu erschließen.
- Das Ziel der NKG ist klar: einen öffentlichen Transportdienst anzubieten, der für die ländliche Bevölkerung, die Arbeiter, die Waren und andere landwirtschaftliche Produkte zugänglich ist.
- Die Präsenz der Straßenbahn fördert den lokalen Handel: Märkte, Messen, Cafés und Gasthäuser eröffnen entlang der Linien.
- Das Lokalbahnnetz entwickelt sich schnell und wird zu einem der dichtesten der Welt.
- Einige Linien wurden sehr früh elektrifiziert, die erste des Landes war die Linie Lüttich – Herstal im Jahr 1893. Die Straßenbahnen der Umgebung tragen ebenfalls zur Entwicklung des lokalen Tourismus bei, indem sie Dörfer, Täler und Naturstätten verbinden.
Wussten Sie das?
Gegründet im Jahr 1884, betrieb die NKG bis zu über 4.800 km Linien auf ihrem Höhepunkt.

Der AR133 tankt in Martelange.

Karte der Straßenbahnen von 1949. In Fettdruck, die elektrischen Linien - SNCV.
1885–1959
Die
Linie Comblain-la-Tour – Manhay – Melreux (über Erezée)
Eine
ländliche Linie im Herzen der Ardennen, zwischen Tälern und Hochflächen.
Bereits 1885 untersucht, wurde diese Linie
in den frühen 1900er Jahren gebaut, um das tiefere Ardennengebiet
zu bedienen.
- Die Linie, die Melreux mit Manhay und Comblain-la-Tour verbindet, wurde entworfen, um eine steile und schwer zugängliche Region der Ardennen zu bedienen. Nach mehreren Studien wurde die Konzession 1904 an die Gesellschaft der Straßenbahnen der Ardennen (CFVA) vergeben.
- In Melreux verbindet sich die Straßenbahnlinie mit dem Netz der NKG, was den Umstieg von Passagieren und Waren auf die nationalen Hauptlinien ermöglicht.
- Zwischen 1908 und 1912 gebaut, durchquert die Linie Täler und Hochflächen über nahezu 64 Kilometer.
- Sie spielt eine wesentliche Rolle für die Bewohner, Forstarbeiter und Landwirte.
Wussten Sie das?
Die gesamte Strecke erstreckte sich über 64 km. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h dauerte es etwa 2 Stunden und 30 Minuten, sie zu durchqueren.

Straßenbahn in Comblain-la-Tour.

AR130 und sein Güterzug in Melreux.
1914–1918
Eine unverzichtbare Linie in Kriegszeiten
Versorgung
und Überleben in den Ardennen.
Während der Ersten Weltkriegs, spielen die Nebenbahnen eine wesentliche Rolle bei der
Versorgung der Städte, während die Linien der „großen Eisenbahn“ dem
Besatzer vorbehalten sind.
- Die Trams transportieren Kohle, Lebensmittel und Menschen zwischen Städten und Land.
- Die städtische Not drängt viele Bewohner, in die Ardennen zu gehen, um sich zu versorgen.
- Wie anderswo im Land lässt der Besatzer die Gleise zwischen Harre und Melreux abbauen, um diese Bewegungen einzuschränken und seinen Bedarf an Schienen und Rollmaterial zu decken.

1917, Hungerzeit: Reisende kommen in Manhay an, auf der Suche nach Versorgung.
Ein deutscher Trupp am Halt von Ny.
1930er Jahre
Lokales Leben und Tourismus
Die
Straßenbahn im Herzen des Alltags.
Mit dem Aufschwung des Tourismus und der Einführung des bezahlten Urlaubs im Jahr 1936, verzeichnet die Linie einen erhöhten
Besucherandrang.
- In den 1930er Jahren empfängt die Linie Comblain-la-Tour – Manhay – Melreux die lokale Bevölkerung und Besucher, die die Ardennen entdecken möchten.
- Die Haltestellen werden zu echten Treffpunkten. Cafés, Gasthäuser und kleine Geschäfte leben vom regelmäßigen Verkehr der Straßenbahnen.
- Der Komfort der Reisenden verbessert sich allmählich durch die Einführung von geschlossenen Wagen, einer besseren Federung und Heizung.
Wussten Sie schon?
Die 1936 eingeführten bezahlten Urlaube stellten einen Wendepunkt für den Massentourismus in Belgien dar.

Entspannung in Burnontige, bei Manhay.

Gemischter Zug in Pont d'Érezée.
1959
Das Ende eines regulären Betriebs
Der Rückgang der Nebenbahnen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, führt die Konkurrenz des Straßentransports von Gütern und der Aufstieg des Automobils zur schrittweisen Schließung der Nebenlinien.
- Bereits 1931 erhielt die SNCV die Erlaubnis, Busdienste, die oft flexibler und kostengünstiger sind, zu betreiben.
- Trotz der Modernisierung des Materials, insbesondere mit der Einführung von Dieseltriebwagen, setzt der Rückgang fort.
- 1954 endet der Personenverkehr auf der Linie Comblain-la-Tour – Manhay – Melreux, gefolgt von dem Güterverkehr im Jahr 1959, was das Ende mehrerer Jahrzehnte regulären Dienstes bedeutet.
Wussten Sie schon?
Der ART 123, Teil der Fahrzeugsammlung des TTA, war der letzte Triebwagen, der in der Provinz Luxemburg für den Abbau der Linie Bastogne-Martelange im Jahr 1966 verkehrte.

Schienentraktor ART 123 auf der Strecke Bastogne–Martelange beim Rückbau der Linie im Jahr 1966.

Rote Linienbusse, die schrittweise die Straßenbahnen ersetzt haben.
1964-1966
Die
Geburt des Touristischen Straßenbahnsystems der Aisne
Eine
lokale Linie vor dem Vergessen retten.
Die Verschwindung dieses bedeutenden Erbes ablehnend, gründen Enthusiasten den Verein Tramway Touristique de l’Aisne (TTA) um ein Zeugnis des belgischen Nahverkehrsnetzes zu bewahren und wiederzubeleben.
- Im Jahr 1964 wurde der Verein Tramway Touristique de l’Aisne von Mitgliedern der AMUTRA, dem Betreiber des Straßenbahnmuseums von Schepdaal, gegründet, mit dem Ziel, eine emblematische Linie dieses Eisenbahnerbes zu bewahren.
- Dank einer Zusammenarbeit mit der SNCV und den lokalen Behörden wurden die ersten Arbeiten zur Wiederherstellung in Angriff genommen.
- Am 25. Juni 1966 steigen die ersten Fahrgäste in den AR133, was die Wiedergeburt der Linie zu Erhaltungs- und Tourismuszwecken markiert.
Wussten Sie das?
Der TTA ist die erste Touristenbahn, die in Kontinentaleuropa ins Leben gerufen wurde!

Erster Bahnhof des TTA. (Foto Jean Evrard † - Sammlung André Corteil)

Großer Zug und voller Parkplatz.
1966–2013
Bauen,
bewahren, fahren lassen
Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit im Dienste des Erbes.
Im Laufe der Jahrzehnte strukturiert sich der TTA, entwickelt seine Infrastrukturen und restauriert historisches Eisenbahnmateriel.
- Ab 1967,wird das Depot von Bliererrichtet und wird das technische Herz der Vereinigung.
- Im Laufe der Jahre werden neue Streckenabschnitte wieder in Betrieb genommen und das aktuelle Gebäude des Bahnhofs Pont d’Érezée wird 2005 eingeweiht.
- Der TTA wird zu einer anerkannten Touristenattraktion, bleibt jedoch seiner Mission zur Erhaltung des regionalen Erbes treu.
Wussten Sie das?
Seit 1966 haben die Mitglieder des TTA Hunderttausende von Stunden in die Erhaltung der Strecke und des rollenden Materials investiert.

Die Anfänge des Depots von Blier.

Aktueller Bahnhof des TTA, eingeweiht 2005.
2013–2015
Die Rückkehr nach Lamorménil
Ein großes Projekt, um die Geschichte der Strecke wieder aufzugreifen.
Nach mehreren Jahrzehnten der Unterbrechung wird die Verbindung nach Lamorménil durch ein wichtiges Restaurierungsprojekt wiederhergestellt.
- Wichtige Restaurierungsarbeiten werden dank der Unterstützung von Europa, der Wallonischen Region, der Provinz Luxemburg und den Gemeinden Érezée und Manhay durchgeführt.
- Brücken, Gleise und Einrichtungen werden instand gesetzt, um eine sichere Nutzung zu ermöglichen.
- Die offizielle Einweihung von 2015 markiert einen starken symbolischen Schritt in der Geschichte des TTA.

Der AR133 kommt nach Lamormenil nach Abschluss der Arbeiten.

Offizielle Einweihung der Linie.
2026
Der TTA heute
Ein lebendiges Erbe, zwischen Erinnerung, Ehrenamt und Zukunft.
Heutzutage bringt die Touristische Straßenbahn der Aisne weiterhin ein einzigartiges Eisenbahnerbe zum Leben inmitten der ardennischen Natur. Jährlich empfängt sie mehrere tausend Besucher, die neugierig sind, die Geschichte der Nebenbahn in der Realität zu entdecken.
- Der TTA bietet jedes Jahr rund sechzig Betriebstage an, ergänzt durch zahlreiche Sonderveranstaltungen (Ostern, Halloween, Nikolaus, Weihnachten, Mobilitätstage, Apéro Tram usw.)
- Die Seite umfasst auch ein Museum das die Geschichte der Linie und des Vereins nachzeichnet und außergewöhnliche Objekte und Fahrzeuge präsentiert.
- Engagiert für den Erhalt des Erbes und die Authentizität, legt der TTA Wert auf lokale Partnerschaften und stützt sich auf das Engagement seiner Ehrenamtlichen.
Einige aktuelle Zahlen
- Über 60 Betriebstage pro Jahr.
- Über 100 Tage Öffnung des Museums.
- Etwa 10.000 Reisende pro Jahr.

Apéro Tram beim TTA.
